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Bürgerservice der Gemeinde Freiensteinau

Klärschlamm

Immer schwieriger wird es für Gemeinden ihren Klärschlamm zu entsorgen. Konnte dieser in der Vergangenheit noch auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden, bestehen in diesem Bereich immer weniger Möglichkeiten und für eine gesetzeskonforme Entsorgung bleibt dann oftmals nur noch die Verbrennung.

Dafür muss dem Klärschlamm das Wasser entzogen werden, das Gemeinden mit kleinen Kläranlagen wiederum vor neue Probleme stellt. Ein Beispiel ist hier die Gemeinde Freiensteinau, wo im Jahr insgesamt zwischen 1.000 bis 1.500 Kubikmeter an Klärschlamm anfielen, die dann entsorgt werden mussten.
Hierzu bieten Unternehmer ihre Leistungen an, die von der Gemeinde theoretisch in Anspruch genommen werden können. Doch der Teufel liegt im Detail, denn deren Leistung zielt darauf, schnell und viel Klärschlamm zu pressen. Doch muss das dabei gewonnene Wasser wieder der Kläranlage zugeführt werden, um den hohen Ammoniakgehalt abzubauen. Für die Menge des dabei anfallenden Wassers sind die Kläranlagen aber nicht vorgesehen. Klärschlamm hat einen Wasseranteil von rund 97 Prozent, während dieser beim Trockensubstrat noch bei rund 25 Prozent liegt. Deshalb muss entweder das Wasser zwischengelagert oder mit Fässern in andere Kläranlagen gebracht werden. Auch kleinere Kläranlagen sind für Lohnunternehmer uninteressant, da die dort vorhandene Menge zu gering ist, um dort die entsprechende Technik aufzubauen. Somit muss der Klärschlamm dann zu einer großen Kläranlage transportiert werden.
Ein weiteres Manko besteht darin, dass für den Betrieb der vorhandene Stromanschluss an den Kläranlagen nicht ausreicht und zusätzlich ein entsprechendes Stromaggregat gemietet werden muss. Neben dem Kubikmeterpreis für das Pressen von acht Euro fallen somit weitere Kosten an, was für Bürgermeister Sascha Spielberger ärgerlich ist.
Glücklich ist man bei der Gemeinde Freiensteinau nun, dass man eine kostengünstigere Lösung finden konnte. Daran haben Abwassermeister Richard Möller und Klärwärter Carsten Druleib ihren Anteil, denn durch ihr Netzwerk haben sie erfahren, dass die Stadt Rüdesheim die für Freiensteinau passende Klärschlammpresse nicht mehr benötigt. Dort wurde eine Kläranlage außer Betrieb genommen.
Nachdem die entsprechenden Modalitäten geklärt waren, fuhr das Freiensteinauer Team nach Rüdesheim, um dort die entsprechende Technik abzubauen und in den Vogelsberg zu transportieren. Aktuell ist die Anlage noch nicht betriebsbereit, da sie für die Freiensteinau Verhältnisse entsprechend neu zusammengebaut werden muss. Vorgesehen ist die ganze Technik auf einen mobilen Anhänger zu installieren, um sie dann je nach Notwendigkeit bei den insgesamt sechs Kläranlagen innerhalb der Großgemeinde einzusetzen.
Die beiden Abwasserfachleute erläutern, dass die Anlage „autark“ arbeitet und sich der Zeitraum für das Pressen des Klärschlamms verlängert, damit aber Transporte von Wasser beziehungsweise Klärschlamm nicht mehr notwendig sind. 
Bürgermeister Sascha Spielberger beziffert die Gesamtkosten auf rund 20.000 Euro, bis die Klärschlammpresse eingesetzt werden kann. Bei aktuell acht Euro und 1.000 Kubikmetern Klärschlamm macht sich die Anlage in wenigen Jahren bezahlt und die wegfallenden Transportkosten oder Mietkosten sind ein weiteres Plus.
Richard Möller und Carsten Druleib, der gelernte Industrieelektroniker ist, sind der Meinung, dass die Anlage zwar gebraucht ist, aber noch längere Zeit ihren Dienst versehen kann. Durch die geringe Menge, die die Maschine verarbeiten kann, ist die mechanische Beanspruchung nicht so groß. Ziel der beiden Abwasserfachleute ist, die Anlage noch vor dem Winter in Betrieb zu nehmen.

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